Haltung

Ausrüstung:

Um eine Gottesanbeterin im Terrarium zu halten sollte man folgende Anschaffungen machen:

  • Terrarium mit zwei(!) Lüftungsflächen: LxBxH 20x20x30 cm
  • Einrichtung: Äste / Pflanzen, am Besten Gaze an Deckel
  • Pflanzensprüher
  • Futter: Fliegen, Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Schaben, Falter etc.
  • Eventuell Futterpinzette (Abb. 1)
  • Für anspruchsvolle bzw. wärmeliebende Arten: Wärmende Lampe (dazu eventuell Thermometer und Hygrometer)

Das Terrarium und die Einrichtung fallen natürlich weg wenn man die Gottesanbeterin frei im Zimmer hält (siehe unten).

Futterpinzette

Abb. 1: Futterpinzette (Im Shop verfügbar)

 

Terrarium

Für die Haltung der meisten Gottesanbeterinnen haben sich Terrarien mit den Maßen 20x20x30 cm (LxBxH) bewährt, in denen dann ein adultes (wegen Kannibalismus) oder mehrere Jungtiere gehalten werden können. Bei manchen Arten sind auch die adulten Tiere wenig aggresiv und können zusammengehalten werden, zum Beispiel die Geistermantis Phyllocrania paradoxa (es muss jedoch immer mit Verlusten gerechnet werden!). Bei großen Arten sollte auf Terrarien zurückgegriffen werden, die auch eine Grundfläche von 30x30 cm aufweisen. Um Stickluft zu vermeiden, sollte das Terrarium mindestens zwei Lüftungsflächen, z.B. eine vorne und eine im Deckel, aufweisen. Die im Handel häufig erhältlichen "Spinnenwürfel" mit nur einer Lüftungsfläche oben sind demnach nicht geeignet. Außerdem hat sich das Auskleiden des Deckels mit Gaze als vorteilhaft erwiesen, da sich viele Arten dort kopfüber hängend gerne aufhalten. Bei der Einrichtung mit Ästen und Pflanzen beachten, dass auch Platz zum Häuten frei bleibt. Eine Gottesanbeterin braucht ca. die doppelte Körperlänge nach unten Platz, um sich erfolgreich zu häuten. Der Bodengrund des Terrariums kann nach Belieben mit Erde, Steinen, Sand, Moos oder Küchenpapier ausgekleidet sein. Um eine erhöhte Temperatur zu erreichen reicht ein kleiner Halogenstrahler, aber auch Neonröhren können genügend Wärme abstrahlen. Um die Luftfeuchte zu erhöhen sollte je nach Art zwischen zwei mal am Tag und allen drei Tagen mit einem Pflanzensprüher die Innenwände und die Einrichtung besprüht werden. Es empfiehlt sich, abends zu sprühen, damit Nachts und Morgens eine hohe Luftfeuchte herrscht und so optimale Bedingungen zur Häutung herrschen. Die Häutung findest meist in den Dämmerungsstunden statt. Mit einem Thermometer kann die Temperatur und mit einem Hygrometer die Luftfeuchtigkeit überprüft werden. Im Gegensatz zur häufig vertretenen Meinung, nachts dürfe es nicht unter 18°C haben, habe ich auch mit tieferen Nachttemperaturen bislang keine Probleme gehabt.

 

Nahrung und Wasseraufnahme

Verfüttert werden können alle Sorten und von ungiftigen Insekten (Achtung bei Liguster-fressenden Phasmiden!) und Spinnen. Dabei wird alles bis zur eigenen Körpergröße gefangen. Vorsicht jedoch mit großen Heimchen und Steppengrillen! Diese können Gottesanbeterinnen in unbeobachteten Momenten anfressen und gefährlich verletzen. Außerdem halten sich Heimchen und Grillen eher am Boden versteckt auf, im Gegensatz zu den Gottesanbeterinnen, die im oberen Teil des Terrariums auf Beute lauern. Manche Mantidenarten sind empfindlicher, was das Futter betrifft und sollten artgerecht ernährt werden. So eignet sich für im Geäst oder auf Blüten lauernde Gottesanbeterinnen Fluginsekten als Nahrung, wohingegen am Boden jagende Gottesanbeterinnen eher mit krabbelnden Insekten gefüttert werden sollten. Eine günstige und gut verdauliche Ernährung sind zum Beispiel Schmeiß- oder Goldfliegen, die sich aus den Maden entwickeln, die man im Anglerfachgeschäf erwerben kann. Fliegen können auch leicht mit Honig angefüttert werden, sodass die Gottesanbeterinnen noch mehr Energie und Vitamine aufnehmen. Ein Einstäuben des Futters mit Vitaminpulver ist jedoch nicht nötig und auch UV-Licht benötigen Mantiden nicht.

Wie viel oder wie häufig man eine Gottesanbeterin füttern sollte hängt natürlich von der Größe der Futtertiere ab. Generell ist ein Überfüttern kaum möglich. Wenn sie satt ist wehrt sie Futtertiere mit den Fangarmen einfach ab. An der Dicke des Hinterleibes lässt sich der Ernährungszustand leicht erkennen. Wenn das Hinterteil deutlich rund und nicht abgeflacht ist kann eine Gottesanbeterin auch mehrere Tage ohne Futter überleben. Große Arten können normalerweise ohne Probleme länger als eine Woche ohne Futter auskommen. Achtung, die Kannibalismusrate steigt natürlich in Zeiten mit knappem Futterangebot!

Gottesanbeterinnen trinken in der Natur nicht aus Wasseransammlungen auf dem Boden, daher wird auch ein Wassernapf im Terrarium nicht angenommen. Sie stillen ihren Durst durch die Aufnahme von Wassertropfen , die sich durch Regen oder Morgentau bilden. Ich habe keine schlechten Erfahrungen damit gemacht das Tier direkt mit einem Pflanzensprüher anzusprühen. Im Gegenteil: Wassertropfen werden gerne direkt von den Fangarmen aufgenommen.

 

Zimmerfreihaltung

Standorttreue und robuste Mantidenarten (wie zum Beispiel die Indische Riesengottesanbeterin Hierodula membranacea) werden gerne frei auf einer Zimmerpflanze gehalten. Diese sollte ca. 10 cm Abstand zur Wand, anderen Pflanzen oder Vorhängen etc. haben, da sich eine Gottesanbeterin gelegentlichnach oben oder horizontal, nur selten jedoch nach unten bewegt. Ab dem 5. Larvenstadium (L5) sind die meisten Arten schon relativ standorttreu. Zur Freihaltung eignen sich jedoch nur Weibchen bis in das Adultstadium, da adulte Männchen ab Erreichen der Geschlechtsreife auf der Suche nach Weibchen umherfliegen können. Falls die Zimmertemperatur nicht der Minimaltemperatur der Art entspricht kann diese mit einem Spotstrahler, der auf die Pflanze gerichtet ist, erhöht werden. Die Pflanze sollte stabile Strukturen haben, an denen sich die Gottesanbeterin festhalten kann (z.B. ein Ficus benjamini). Futtertiere können direkt mit einer Pinzette angeboten werden. Zur Wasseraufnahme sollten die Fangarme und/oder der Untergrund des Tieres mit einem Pflanzensprüher nass gesprüht werden. Eine zu geringe Luftfeuchte kann durch häufiges Sprühen (bis zu 2 mal pro Tag) ausgeglichen werden.